abendgedanken zu immanuel kant und seinem ZERO
Ein Körper in Bewegung ist etwas, ein Körper, der nicht in Bewegung ist, ist auch etwas (cogitabile); allein ein Körper, der in Bewegung und in eben demselben Verstande zugleich nicht in Bewegung wäre, ist gar nichts.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 8. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 250 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 783)]
Denn was durch die eine Tendenz, wenn sie allein wäre, gesetzt wird, wird durch die andere aufgehoben, und beide Tendenzen sind wahrhafte Prädikate eines und eben desselben Dinges, die ihm zugleich zukommen. Die Folge davon ist auch nichts, aber in einem andern Verstande wie beim Widerspruch (nihil privativum, repraesentabile). Wir wollen dieses Nichts künftighin Zero = 0 nennen,
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 9. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 251 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 783)]
Man siehet leicht ein: daß dieses Zero ein verhältnismäßiges Nichts sei, indem nämlich nur eine gewisse Folge nicht ist,
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 10. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 252 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 784)]
Auf solche Weise sind Dinge, deren eins als die Negative des andern betrachtet wird, beide vor sich betrachtet positiv, allein, in einem Subjekte verbunden, ist die Folge davon das Zero. Die Fahrt gegen Abend ist eben so wohl eine positive Bewegung, als die gegen Morgen, nur in eben demselben Schiffe heben sich die dadurch zurückgelegte Wege einander ganz oder zum Teil auf.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 17. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 259 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 789)]
Es ist die Frage: Ob Unlust lediglich ein Mangel der Lust, oder ein Grund der Beraubung derselben, der an sich selbst zwar was Positives, und nicht lediglich das kontradiktorische Gegenteil von Lust, ihr aber im Realverstande entgegengesetzt sei, und also ob die Unlust eine negative Lust könne genannt werden. Nun lehret gleich anfangs die innere Empfindung: daß die Unlust mehr als eine bloße Verneinung sei. Denn was man auch nur vor Lust haben mag, so fehlt hiebei doch immer einige mögliche Lust, so lange wir eingeschränkte Wesen sind.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 22. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 264 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 792)]
Die Schätzung des ganzen Werts der gesamten Lust in einem vermischten Zustande würde auch sehr ungereimt sein, wenn Unlust eine bloße Verneinung und dem Zero gleich wäre.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 24. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 266 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 793)]
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 8. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 250 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 783)]
Denn was durch die eine Tendenz, wenn sie allein wäre, gesetzt wird, wird durch die andere aufgehoben, und beide Tendenzen sind wahrhafte Prädikate eines und eben desselben Dinges, die ihm zugleich zukommen. Die Folge davon ist auch nichts, aber in einem andern Verstande wie beim Widerspruch (nihil privativum, repraesentabile). Wir wollen dieses Nichts künftighin Zero = 0 nennen,
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 9. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 251 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 783)]
Man siehet leicht ein: daß dieses Zero ein verhältnismäßiges Nichts sei, indem nämlich nur eine gewisse Folge nicht ist,
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 10. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 252 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 784)]
Auf solche Weise sind Dinge, deren eins als die Negative des andern betrachtet wird, beide vor sich betrachtet positiv, allein, in einem Subjekte verbunden, ist die Folge davon das Zero. Die Fahrt gegen Abend ist eben so wohl eine positive Bewegung, als die gegen Morgen, nur in eben demselben Schiffe heben sich die dadurch zurückgelegte Wege einander ganz oder zum Teil auf.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 17. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 259 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 789)]
Es ist die Frage: Ob Unlust lediglich ein Mangel der Lust, oder ein Grund der Beraubung derselben, der an sich selbst zwar was Positives, und nicht lediglich das kontradiktorische Gegenteil von Lust, ihr aber im Realverstande entgegengesetzt sei, und also ob die Unlust eine negative Lust könne genannt werden. Nun lehret gleich anfangs die innere Empfindung: daß die Unlust mehr als eine bloße Verneinung sei. Denn was man auch nur vor Lust haben mag, so fehlt hiebei doch immer einige mögliche Lust, so lange wir eingeschränkte Wesen sind.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 22. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 264 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 792)]
Die Schätzung des ganzen Werts der gesamten Lust in einem vermischten Zustande würde auch sehr ungereimt sein, wenn Unlust eine bloße Verneinung und dem Zero gleich wäre.
[Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, S. 24. Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke, S. 266 (vgl. Kant-W Bd. 2, S. 793)]
mathematikos - 24. Apr, 21:52
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